Public Debt, Public Assets and Public Capacity

By Dan Kervick

Everybody is very excited about Thomas Piketty’s new book Capital in the Twenty-First Century, whose English translation is due out on March 10th from Harvard University Press. The book studies long term trends in the accumulation and concentration of wealth, and in the evolution of inequality. The argument of the book is intensely data-driven, and has been billed as a game changer since it first appeared in French earlier this year.

Matt Yglesias reproduces a chart from the book, and calls it “the chart the debt alarmists don’t want you to see”. However, if I were a debt alarmist, I don’t think I would be very much moved by the chart, and wouldn’t worry so much about others seeing it. Let me explain. Here is Piketty’s original version of the chart, and here is Yglesias’s colorized reproduction :

debt

“Public assets” in Piketty’s usage denotes all of a government’s fixed assets, financial assets and land. Interestingly, Piketty excludes such non-produced assets as “energy and mineral resources, timber, spectrum rights, and the like” in his calculations of public assets.

So what the chart shows, assuming Piketty’s numbers are accurate, is that the United States is solvent in the sense that its public assets exceed its public debt liabilities. But even the debt alarmists know that the US government possesses a great deal of land and fixed capital wealth. What they seem to argue, though, is that we are on a fiscal path that will lead to higher borrowing costs and debt service payments, and either to greater real tax burdens or to ultimate dollar devaluation as we monetize and inflate away some of the debt.

There are very good responses that can be made to counter these fears, but I don’t think appealing to the value of US fixed assets and land is one of them. If progressives respond to the debt alarmist arguments only by arguing that the US government has positive real net worth, and can always pay its debt by selling off Yellowstone, the Executive Office Building or the USS Nimitz, they have clearly lost the political argument. Even the Greeks have valuable properties like the Acropolis to sell if they run into further sovereign debt crises, and are determined to stay with their crippling commitment to the Euro. But nobody would find that to be a reassuring point. The focus in countering the debt worriers should be on economic sustainability arguments that do not depend on the ultimate capacity of government to liquidate its fixed and real public wealth in a fire sale.

(Personally, I think the US government should be accumulating more public wealth, and commanding more of the nation’s capital as part of a commitment to an expanded strategic direction-setting role, with a new activist determination to drive innovation and structural transformation through mission-driven public investment. But that’s an argument for another time.)

I will be curious to read more in depth about how Piketty measures public financial assets. But for a country that produces its own currency, its financial assets are effectively infinite in nominal terms. Obviously, that doesn’t mean that producing unlimited quantities of currency would be sound policy. But it does mean that such a government has financial resources that far exceed the market value of the money and money-denominated assets it happens to have in its current possession. That is especially the case now in the US and other western societies, where stagnating, high unemployment economies should be able to power a surge in public spending though expanded net private sector holdings of currency and currency-denominated government financial assets. Given how far these economies are from reaching their underlying economic capacity, they should be able to do this without producing significant inflation.

The very concept of “capital” takes on a different tone and shape when applied to national governments as opposed to private firms. The financial capital of a currency-issuing government does not really consist in the existing units of the currency that the government has in its possession, but in the whole collection of tangible and intangible assets that permit a government to continue to issue those units of currency, and to have them accepted in exchange for goods and services the government wishes to acquire from the private sector on behalf of the public to pursue public purposes. Those assets don’t just consist in the physical and operational infrastructure the government uses to run its monetary system, but include all of the foundations of the government’s power, authority and reputation. It really makes little sense to try to measure a government’s financial capacity by adding up the notes, bills, bonds and electronic account balances it happens to hold in its possession at any given time.

Cross-posted from Rugged Egalitarianism

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4 responses to “Public Debt, Public Assets and Public Capacity

  1. Wilfried Müller

    Den Blickwinkel ändern, Neues bemerken und Alternativen entdecken

    Eigentlich habe ich ja nichts Neues zu berichten, alles ist bekannt, sollte den studierten Fachleuten jedenfalls bekannt sein, das Rad muss nicht neu erfunden werden. Und es dürfte einem Normalverbraucher keine Schwierigkeiten bereiten, das alles mit gesundem Menschenverstand zu verstehen. Aber seltsam, fast keiner will davon etwas  wissen. Ob es sich dabei um Linke oder Rechte handelt, um Geldfachleute oder -reformer, um studierte Ökonomen oder Gewerkschaftler, man will einfach nicht darüber nachdenken. Und veröffentlichen will man so etwas auf keinen Fall.

    Bei Ökonomen und Normalsterblichen sind die Grundsätze von Buchhaltung und Bilanzierung unbestritten, ebenso die darauf aufbauende volkswirtschaftliche Saldenmechanik. Da gibt es immer zwei per def. gleiche Seiten wie Soll und Haben, Einnahmen und Ausgaben, Geldvermögen und Geldschulden (wie immer abgegrenzt), Exporte und Importe global, die sich immer zu Null addieren. Wenn man die Ausgaben an einer Stelle  um einen bestimmten Betrag kürzt, dann sinken die Einnahmen an anderer Stelle um mindestens denselben Betrag, wenn alle Geldschulden getilgt werden, dann gibt es auch keine Geldvermögen mehr, und die Wirtschaft ist kollabiert. In der öffentlichen und veröffentlichten Diskussion scheint man solche Banalitäten verdrängt zu haben.
    Bei Ökonomen, jedenfalls solchen ohne ideologische Scheuklappen, gibt es auch keinen Streit darüber, dass Wirtschaft nur dann funktionieren kann, wenn alle wirtschaftlich relevanten Angelegenheiten gesetzlich geregelt sind. Und diese gesetzlichen Regelungen werden von Politikern gemacht und durchgesetzt. Wenn eine solche gesetzliche Regelung ihren Zweck nicht erfüllt, nicht zielführend ist, dann wird ein verantwortungsvoller Politiker sie modifizieren oder kassieren und durch ein besseres Gesetz ersetzen. Nebenbei bemerkt: Politiker können und dürfen sich nicht wie Theologen oder Juristen verhalten, die Gesetze auslegen und für deren Einhaltung Sorge tragen, Politiker haben eben diese Gesetze zu verfassen, zu gestalten unter dem Gesichtspunkt, dass sie der Wohlfahrt und Nachhaltigkeit der Gesellschaft dienen. Oberste Gerichte müssen Politiker an diese Pflichten erinnern, sie in wichtigen Fällen dazu auffordern, notwendige gesetzliche Regelungen zu beschließen. – Dieses Primat der Politik wird von allen Politikern in Sonntagsreden beschworen, es wäre zu wünschen, dass es auch im Alltag gilt. Jedenfalls sollte der mündige Wahlbürger den Politikern nicht erlauben, dass sie sich aus der Verantwortung stehlen, indem sie sich auf Sachzwänge berufen. Bei solcher Betrachtung der Lage kann es solche Sachzwänge nämlich gar nicht geben.
    Nach der Aufgabe des Goldstandards wurde von Ökonomen zur Kenntnis genommen, dass es weltweit nur noch fiat money gibt, dass sich die staatliche Theorie des Geldes in der Realität durchgesetzt hat, nach der Geld ein staatliches Konstrukt ohne eigenen Wert ist. Diese staatliche Theorie des Geldes (Chartalismus) wurde von Modern Monetary Theory unter Einbeziehung der Einsichten von Keynes, Lerner, Minsky u.a. weiterentwickelt und mit dem Konzept von Jobgarantie verbunden. MMT kam dabei schlüssig und logisch einwandfrei zu der Feststellung: Ein souveräner Staat mit eigener Währung hat bei der Finanzierung seiner Ausgaben und Aufgaben keine Schwierigkeiten, wenn er sich nicht in fremder Währung verschuldet; als Herausgeber der eigenen Währung durch die staatliche Institution Zentralbank ist er im Prinzip nicht auf Einnahmen durch Steuern, Abgaben oder Anleihen angewiesen, diese dienen vielmehr politischen Zielen wie der Korrektur von Marktergebnissen, der Verhinderung von Inflation usw. Wenn nun ein solcher Staat zwecks Bezahlung seiner Ausgaben sein eigenes Geld direkt in den Wirtschaftskreislauf einschleust, in den Privatsektor (Privathaushalte und Unternehmen des Inlandes) einspeist, dann kann es keine Forderung nach Zinszahlung oder Schuldentilgung seitens des Privatsektors oder Auslandes geben, da der Staat ja nur bei sich selbst verschuldet ist. In der Realität und Realwirtschaft verwandeln sich diese virtuellen Schulden in öffentliches Vermögen, in Infrastruktur im weitesten Sinne. Natürlich lassen sich diese fiktiven Schulden rein theoretisch tilgen, wenn der Staat dieses öffentliche Vermögen zu Herstellungspreisen an den Privatsektor verkauft (privatisiert) und die dabei erzielten Einnahmen an die Zentralbank zwecks Tilgung der “Schulden” weiterreicht. Dann fehlt das Geld allerdings im Privatsektor und in der Privatwirtschaft.
    Um es klar und deutlich zu wiederholen: Es muss klar unterschieden werden zwischen dem Staatssektor und dem Privatsektor, es muss demzufolge auch ein zweistufiges Bankensystem geben: die Zentralbank ist als staatliche Institution dem Staatssektor zugeordnet, im Privatsektor gibt es ein zweites Bankensystem, das mit dem Privileg ausgestattet ist, dass es Geld „schöpfen“ darf und Kredite vergeben , und das sorgfältig reguliert und beaufsichtigt werden muss. Eine staatliche Finanzierung, die zu virtuellen Schulden führt, ist bislang verboten, weil das starken wirtschaftlichen Interessen widerspricht, und ist entsprechend gesetzlich geregelt ist. Diese virtuellen Schulden müssen gedanklich scharf unterschieden werden von den Schulden, die ein Staat macht, wenn er Anleihen auflegt und diese an den Privatsektor verkauft zwecks Erzielung von Einnahmen; solche staatlichen Anleihen werden im Privatsektor gehandelt, dafür müssen Zinsen gezahlt werden, diese Schulden müssen auch getilgt werden.
    Angesichts des riesigen Investitionsstaus gerade im öffentlichen Bereich sollte es an der Zeit sein, auf diesem Wege (mittels virtueller Schulden) öffentliches Vermögen aufzubauen, zu investieren  und mit der Manie von Privatisierung aufzuhören, mit dieser Verschleuderung des öffentlichen Vermögens. Denn mangels Gewinnaussichten wird ja von den Privatunternehmen seit längerer Zeit nicht mehr in die Realwirtschaft investiert, entsteht also auch da eine Investitionslücke.

    Sicher, ein gewöhnungsbedürftiger Denkansatz, aber das ist kein hinreichender Grund, um jede Diskussion darüber zu verweigern. Und mir geht es zunächst einmal darum, dass so etwas ernsthaft diskutiert wird. In diesem Falle könnte man nämlich dank besserer Diagnose die Banken- und Finanzkrise von ihren Ursachen her angehen und sogar lösen. Und das ewige Gerede über die Staatsschulden könnte ad acta gelegt werden, weil es schlichter Aberglaube ist. Natürlich ist mir auch klar, dass es erhebliche Schwierigkeiten geben wird bei der Regelung des Finanzbereichs im Privatsektor, wo es vornehmlich um Privilegien geht und deren Verteidigung. Aber vielleicht würde die Finanzkrise dann nicht mehr alle anderen Probleme aus den Blickwinkel verdrängen, könnte sich die Politik ernsthaft mit den wirklich wichtigen Themen der Nachhaltigkeit beschäftigen. Ich gebe die Hoffnung jedenfalls nicht auf, vielleicht ist der Mensch ja kein Irrläufer der Natur, wie A. Koestler meinte, der scheitert, weil er seine Lebensgrundlagen vernichtet.
    Falls man übrigens an einer gut lesbaren und mit historischen Fakten gespickten Darstellung der gegenwärtigen Wirtschaftslage interessiert sind, dann kann ich  ohne Vorbehalt empfehlen “Der Sieg des Kapitals” von Ulrike Herrmann; ich habe bei der Lektüre eine Menge gelernt. Und falls man einen logischen Fehler in meiner Argumentation entdeckt, dann teile man mir das bitte mit; ich falle anderen nämlich nicht gern mit Unsinn auf den Wecker.

    PS 1: Financial debt is a debt, but government debt is financial wealth to the private sector (jedenfalls bei keiner Auslandsverschuldung in fremder Währung und außenwirtschaftlichem Gleichgewicht; R. Wray, einer der Pioniere von MMT)
    PS 2: Den USA gelingt es bislang immer noch, sich auch im Ausland in eigener Währung zu verschulden, so dass sie keine Schwierigkeiten bei der Zinszahlung haben; die Staatshaushaltsprobleme und die Schuldenobergrenze sind hausgemacht; der Gesetzgeber könnte diese gesetzliche und finanzielle Selbstfesselung der Politik per Gesetz auflösen, falls Wall Street das erlauben würde, was unwahrscheinlich ist. Es müsste ein zweistufiges Bankensystem installiert werden mit der Zentralbank als staatlicher Institution einerseits, dem Bankensektor im Privatsektor andererseits, wie von MMT vorgeschlagen.

  2. Pingback: Dan Kervick: Public Debt, Public Assets and Public Capacity | naked capitalism

  3. In the UK the ONS have announed that interest payments to the subsidiary of the central bank on Govt bonds purchased and held under the QE programme will no longer be considered public spending.

    I suppose when the profits of that subsidiary started to be passed on to the treasury the game was up.
    The ‘Debt’ though is still apparently ‘Debt’.